MUSEUM & GALERIE

Moltkestraße 11
73312 Geislingen an der Steige

MUSEUM

Mai bis Anfang November
Di. bis So. 15-17h

GALERIE

Nur während der Ausstellungen
Di. bis So. 14-17h

Zur Beachtung: Das Museum im Alten Bau ist auch am Montag, den 3. Oktober 2022 für Sie geöffnet!

Corona-Hinweis: Beim Besuch der Galerie und des Museums im Alten Bau gilt weiterhin das Einhalten der üblichen Abstands- und Hygieneregeln. Wir empfehlen außerdem das Tragen einer FFP2-Maske.

Die Galerie im Alten Bau befindet sich im Erdgeschoss und ist dank einer Rampe für Rollstuhlfahrer zugänglicham

 

Vortrag zur Künstlerin Ida Kerkovius in der Galerie im Alten Bau
Dr. Nathalie Lachmann_Kuratorin in der Staatsgalerie Stuttgart
Dr. Nathalie Lachmann_Kuratorin in der Staatsgalerie Stuttgart

Der Kunst- und Geschichtsverein Geislingen lädt am 27. September 2022 herzlich zu einem
öffentlichen Vortragsabend um 19.00 Uhr in der Galerie im Alten Bau ein.

Im Rahmen der aktuellen Kunstausstellung „Landschaft hoch zwei!“, die Werke der
verstorbenen Künstlerin Annemarie Moddrow-Buck (1916–2012) und des zeitgenössischen
Künstlers Uwe Schäfer zeigt, wird Dr. Nathalie Lachmann, Kuratorin für die Kunst des 19.
und 20. Jahrhunderts in der Staatsgalerie Stuttgart einen Vortrag zur Künstlerin Ida
Kerkovius halten.

Die in Riga geborene Malerin und Bildteppichweberin Ida Kerkovius (1879–1970), kurz auch „die Kerko“ genannt, zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen der Klassischen Moderne in Deutschland. Als Meisterschülerin folgte sie im Jahr 1908 ihrem Lehrer Adolf Hölzel (1853–1934) von Dachau an die Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste, wo sie später als seine Assistentin tätig war.

Annemarie Moddrow-Buck (1816–2012), die während der NS-Zeit an der Stuttgarter Kunstakademie studierte, wurde dort maßgeblich von Kerkovius geprägt, insbesondere im Hinblick auf deren Farbenlehre und Formgebung. Als Protest gegen das NS-Regime, das zahlreiche ehemalige Lehrer Moddrow-Bucks der sogenannten „Entarteten Kunst“ zuordnete, organisierte sie Ausstellungen und wurde aufgrund dieses Engagements vom Reichssicherheitsdienst der SS beobachtet.

Ihre Ausstellung zu Ida Kerkovius kostete ihr 1943 ihren Studienplatz an der Akademie. Dr. Nathalie Lachmann,  Kuratorin der 2020 in der Staatsgalerie gezeigten Ausstellung „Ida Kerkovius. Die ganze Welt ist Farbe“, berichtet in ihrem Vortrag über den künstlerischen Werdegang von Ida Kerkovius, Schülerin von Adolf Hölzl und des Weimarer Bauhauses, und zeigt Parallelen zwischen den beiden Künstlerinnen Kerkovius und Moddrow-Buck auf. 

Der Eintritt ist frei.
Es ergeht eine herzliche Einladung an alle Interessent*innen.

Corona-Hinweis: Für den Besuch gelten die tagesaktuellen Hygiene- und Abstandsregeln. Es wird empfohlen, eine FFP2-Maske zu tragen.

Kunstausstellung „Landschaft hoch zwei – Annemarie Moddrow-Buck und Uwe Schäfer“ vom 11. September bis 9. Oktober 2022

Spielplatz (1966), Annemarie Moddrow-Buck
Moby Dick (2019), Uwe Schäfer

Annemarie Moddrow-Buck, geboren 1916 in Stuttgart, studierte dort in den 1930er- und 40er-Jahren an der Kunstakademie, sowie auch in München. Wegen ihres Engagements für die damals als „entartete Kunst“ diffamierte Moderne wurde sie vom Reichssicherheitsdienst bedroht, da sie als Studentenführerin Kunstausstellungen zeitgenössischer Maler*innen organisierte. Eine von Moddrow-Buck organisierte Ausstellung zu Ida Kerkovius führte 1943 zu ihrem Ausschluss aus der Akademie. 1951 erhielt sie den Preis der Jugend und setzte ihr Studium an der Stuttgarter Kunstakademie fort und studierte auch bei dem Stuttgarter Maler und Baumeister-Schüler Erich Fuchs. Seit 1956 arbeitete sie in Stuttgart kontinuierlich bis zu ihrem Tod 2012.

Die Verbindung von inneren Bildern und äußeren Naturerscheinungen wie Strukturen von Stränden, dem Himmel und Feldern wurde in ihrer Kunst zur Hauptmotivation. Ihre Objekte erscheinen oft auffällig in einer kraftvollen Dichte und Konzentration. Arbeitete sie in den 1950er- und 60er-Jahren verstärkt mit Ölfarben, so wandte sie sich ab den 1970er-Jahren auch Aquarellfarben und Pastellkreiden zu, um Dünen, Küstenstreifen und Himmelsspuren hervorzubringen. Ihre Wahrnehmung konzentriert sich dabei auf das unerwartete Auftauchen der Koexistenz von Formen und Strukturen.

Uwe Schäfer studierte Freie Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Baumgartl und Schoofs, 1995 erfolgte die Gründung der Künstlergruppe „Die Weissenhofer“. Schäfer wurde für sein Werk mit vielen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, etwa mit dem Manfred-Henninger-Preis für Malerei, der Debütantenausstellung oder dem Landesgraduiertenstipendium Baden-Württemberg. 

Uwe Schäfer ist ein Künstler, der ausgehend von eigener Naturbeobachtung und -empfindung im Atelier Landschaftsanalogien malt. Er erwandert sich die Landschaft, sammelt Pflanzen und Pflanzenteile, nimmt verschiedene Sinneseindrücke auf und fotografiert. Projektionen von realen Pflanzen bilden den Formenvorrat für seine Gemälde. Man hat den Eindruck, dass die Unfassbarkeit der Landschaft das Thema dieser Bilder ist, die er aus zumeist lasierend gemalten Farbflächen entwickelt, die, Sedimenten vergleichbar, in Schichten übereinanderliegen. Erstaunlich ist die Leichtigkeit, die über den langen, abwägenden Malprozess hinweg erhalten bleibt und wohltuend ist die Erfahrung, dass die Betrachter*innen auf Entdeckungsreisen gehen können.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 11. September 2022, um 11.00 Uhr, in der Galerie im Alten Bau von Stefan Renner, Ausstellungsleiter des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen, eröffnet.

Am 27. September 2022 bietet der Kunst- und Geschichtsverein außerdem einen öffentlichen Vortragsabend an. Beginn ist um 19.00 Uhr. Dr. Nathalie Lachmann (Staatsgalerie Stuttgart, Kuratorin 19./20. Jahrhundert) wird einen Vortrag über die Künstlerin Ida Kerkovius halten. Die von Moddrow-Buck organisierte Ausstellung zu Kerkovius führte 1943 zu ihrem Ausschluss aus der Akademie.

Corona-Hinweis: Für den Besuch gelten die tagesaktuellen Hygiene- und Abstandsregeln. Es wird empfohlen, eine FFP2-Maske zu tragen.

Museum und Galerie im ALTEN BAU

Heimatmuseum

Sie interessieren sich für das Museum im Alten Bau und seine Sammlungen oder planen einen Besuch der Stadt Geislingen an der Steige? Hier finden Sie alle Informationen rund um das Stadtmuseum und die städtische Galerie.

Der „Alte Bau“ ist ein imposanter achtstöckiger Fachwerkbau aus dem Jahr 1445. Das ehemalige Getreidehaus gilt als eines der Wahrzeichen Geislingens. Als Stadtmuseum beherbergt er seit 1923 die Museumssammlung des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen e.V.

Im Museum im Alten Bau schlummert das Gedächtnis der Stadt Geislingen und ihrer Umgebung. Vor 100 Jahren wurde es als „Heimatmuseum“ gegründet. Damals wurde die Bevölkerung gebeten, Objekte zu spenden, die ihre Geislinger Heimat auszeichnete und für sie so besonders machte – und die Sammlung wächst bis heute weiter! Von der sehr zarten und feinen Elfenbeinschnitzerei bis hin zum technischen Meisterwerk der Geislinger Eisenbahnsteige, von Tonscherben, die vom Leben auf der Burg Helfenstein berichten bis hin zur bunten Vielfalt der heimischen Vögel: Im Museum im Alten Bau gibt es viele Facetten der lokalen Geschichte und Kultur zu entdecken.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Objekt
des Monats

September 2022

Daniel Straub (1815–1889) gilt im Volksmund als „zweiter Gründer“ seiner Heimatstadt Geislingen. Zunächst übernahm er die Mühle seines Schwiegervaters, die Kapellmühle. Sein Unternehmergeist brachte ihn dann dazu, eine Reparaturwerkstatt für die im Bau der Geislinger Steige benötigten Maschinen einzurichten. Im Jahr 1850 wurde daraus die Maschinenfabrik Geislingen (MAG). 1853 gründete er mit den Brüdern und Metalldrückern Schweizer die „Plaquéfabrik“ Straub & Schweizer, den Vorläufer der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF). Mit den Erzeugnissen seiner Metallwarenfabrik machte er sich über die württembergischen Grenzen hinaus einen Namen.

Stadtmuseum

Ihre Ansprechpartner

M. Regerat

DR. MIRIAM RÉGERAT-KOBITZSCH

Leitung

P. Lintner

DR. PHILIPP LINTNER

Stellvertretende Leitung

S. Renner

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Ausstellungsleitung
Galerie im Alten Bau

 

BORIS KERENSKI

BORIS KERENSKI

Redaktion
„Kunstblicke“