November 2025
Mit spitzer Nadel
Die kalte Jahreszeit und das schwindende Tageslicht wurden früher nicht selten für Heimarbeit genutzt. Hierunter fiel auch das Ausbessern von Kleidungsstücken auf der heimischen Nähmaschine. Der weltweit agierende Marktführer – die in New York ansässige Firma Singer – versorgte auch in unseren Breiten lokale Händler nicht nur mit Nähmaschinen, sondern auch mit unverzichtbaren Verschleißteilen wie den zugehörigen Nähnadeln.
Wie nahezu jedes andere lokalgeschichtliche Museum, so birgt auch das Museum im Alten Bau diverse Nähmaschinen. Unzählige weitere massenhaft produzierte Maschinen, die als Gebrauchs- aber auch Dekorationsgegenstände Jahrzehnte in Familienbesitz verbracht haben und irgendwann im Weg sind werden dem Museum immer wieder angeboten. Ist man leider aus Platzgründen gezwungen diese Angebote auch mangels direktem lokalen Bezug abzulehnen, so findet sich trotzdem auch zum Thema Nähmaschinen manch spannendes Objekt in der Sammlung.
Schon der Stempel des „Altertumsvereins für die Stadt und den Bezirk Geislingen“ zeigt an, dass es sich beim Objekt des Monats November um ein Objekt aus den frühen Jahren der Museumsgeschichte handelt. Dabei wurde das Schaubild „Die Herstellung der Nähmaschinennadel“ von der Firma Singer wohl eher nicht für Museums- sondern vielmehr für Werbezwecke geschaffen. In eigenen Handelsniederlassungen oder einst überall anzutreffenden Fachgeschäften und Reparaturwerkstätten sollte der Pappkarton mit darauf angebrachten Nähnadeln in unterschiedlichen Produktionsstufen vor allem für die Qualität der Marke Singer werben. Vom Rohprodukt – einem einfachen Stahlstift – ist die Entstehung der fertigen Nadel über verschiedene Walz-, Stanz- und Polierschritte noch heute nachvollziehbar.
Schaubild „Die Herstellung der Nähmaschinennadel“
o.O., um 1930