Juni 2026
Auf der Jagd nach dem ADAC-Stempel
Die Welt des Automobils ist im 21. Jahrhundert im Umbruch. Neue Antriebsarten, eine Abkehr von fossilen Brennstoffen und ein möglichst sparsamer Gebrauch von Fahrzeugen mit Verbrennermotor sind Teil der aktuellen Entwicklung. Zum Spaß mit dem Auto quer durch Württemberg – das war in Zeiten des unbedarften Umgangs mit der Umwelt einst kein Problem. Im Programm des ADAC findet er sich dabei noch heute: der ADAC-Heimat-Wettbewerb, der mittlerweile jedoch deutlich weniger Teilnehmer aufweist als vor über 40 Jahren.
Insbesondere im Automobil-Land Baden-Württemberg gehörte zum Programm des Wochenendes seit den 1960er Jahren neben dem Waschen des „liebsten Kindes“ auf vier Rädern auch eine Ausfahrt oder ein Familienausflug mit dem eigenen Fahrzeug. Waren keine Verwandten, Feste oder andere geeignete Ziele auszumachen, so konnten ADAC-Mitglieder ihr exklusives Fahrtenbuch des „ADAC-Heimat-Wettbewerbs“ aus dem Handschuhfach ziehen. Das auf den Namen des Mitglieds ausgestellte und nummerierte Heft erschien einmal jährlich und zeigte spannende Ziele für motorisierte Ausflüge in ganz Württemberg auf. Jede Ausgabe stand unter einem bestimmten Motto, seien es Burgen, Bäder oder Cafés. An jeder Station befand sich eine ADAC-Stempelstelle. Hier wurde im Fahrtenbuch der Besuch dokumentiert. Schickte man das Buch am Jahresende ein, so erhielt man je nach Anzahl der bis zu 60 angefahrenen Ziele eine bronzene, silberne oder goldene Plakette – begehrte Erinnerungszeichen, die man als treues ADAC-Mitglied möglichst jedes Jahr ergattern wollte.
Im Jahr 1980 standen im 32. Wettbewerb württembergische Museen im Mittelpunkt und es wundert wenig, dass auch das „Heimatmuseum“ im Alten Bau zu den Zielen gehörte. An der Museumskasse erhielt auch Fritz Bräse aus Amstetten den Stempel mit der Nummer 48 in sein Fahrtenbuch, nachdem er sich sicherheitshalber als Nachweis auch den Stempel der ARAL-Tankstelle von Siegfried König in der Überkinger Straße hatte geben lassen. Auf diese Weise kam auch das Heimatmuseum in den Genuss einer touristischen Förderung durch den ADAC, wovon das erst 2026 in die Museumssammlung übernommene Fahrtenbuch zeugt. In welchem Umfang der Alte Bau im damals zeitgleich ausgelobten Fotowettbewerb des ADAC zum Motiv der Teilnehmer wurde konnte bislang noch nicht erforscht werden.
Heft: 32. ADAC Heimat-Wettbewerb
ADAC Württemberg, Stuttgart 1980
Museum im Alten Bau