Januar 2026

Das Kaufhaus von Lore Steck

Es zählt zu den facettenreichsten Objekten der Museumssammlung und wurde zum beliebtesten Modell der 40. Geislinger Weihnachtsausstellung gewählt: das Kaufhaus von Lore Steck.

Puppenhäuser können als reines Spielzeug gesehen werden. Manche sind jedoch so liebevoll und detailliert gestaltet, dass bei ihnen die Grenze zwischen Spielzeug und Modell verschwimmt. Auch Leonhard Steck, der Vater der kleinen Lore Steck legte beim Bau des Puppenhauses für seine Tochter in den 1930er Jahren großen Wert auf Genauigkeit – ganz wie im klassischen Modellbau. Lore Steck aus der Geislinger Eybstraße, die später Hermann Kurz heiratete gab das Puppenhaus innerhalb der Familie weiter. Vier Generationen spielten so mit dem Kaufhaus und wie bei einem echten Gebäude erfolgten immer wieder Sanierungen und Umbauten. Das Puppenhaus zeigt so Spuren aus verschiedenen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als es den Weg in die Museumssammlung fand.

Aus Holz gebaut, besticht das Modell durch die aufwendigen Auf- und Einbauten der jeweiligen Epoche. Im Ursprungszustand der 1930er Jahre befinden sich noch heute die echtverglasten und funktionierenden Fenster und Türen, der eindrucksvolle Schriftzug und der darunter befindliche Ladeneingang mit Schaufenstern. Das kaum einsehbare aber doch voll ausgebaute Treppenhaus erfuhr immer wieder Veränderungen. Dabei wurden die Grundstruktur des Gebäudes und die meisten Einbauten selbst entworfen und in individueller Handarbeit vor allem in Holz ausgeführt. In den 1960er und 1970er Jahren kamen Einbauten und Möbel hinzu, die im Spielzeuggeschäft erworben werden konnten. Hierzu zählt auch die über kleine Lichtschalter gesteuerte 6-Volt Beleuchtung, deren Kabel hinter zeittypischen Tapeten verborgen sind sowie der Kunststoffpool auf dem Dach. Im Kaufhaus im Erdgeschoss vereinen sich Ausstattungen aller Epochen in der Darstellung eines einst auch in Geislingen überall zu findenden „Tante-Emma-Ladens“.

Puppenhaus „Kaufhaus Lore Steck“

Geislingen, um 1935